service@plasticard.de
+49 351 422 78 0

DE | EN

Kontaktdaten

Preisanfrage

 

Dresdner Firma setzt alles auf Karten

MDR Sachsen 05/2016

Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen – Dresdner Firma setzt alles auf Karten

Die Arbeit im Unternehmen Plasticard ZFT in Dresden verändert sich durch die Folgen der Digitalisierung ständig. Deswegen muss aber niemand Angst um seine Arbeit haben. Außer vielleicht um die Routinejobs. von Karsten Wolf

Rund 14 Millionen Karten verlassen das Unternehmen Plasticard ZFT in Dresden-Löbtau  pro Jahr. Konkret geht es um Kunden- und Identifikationskarten, die das Unternehmen beispielsweise für Amazon, Lufthansa oder die Österreichische Bundesbahn herstellt.

Digitalisierung heißt hier - Routinen weg und Kopf frei
Mit 4 Mitarbeitern hat die Firma im Jahr 1990 angefangen, heute hat Plasticard 81 Mitarbeiter. Geschäftsführer Frank Hertel sagt, dass wegen der Digitalisierung bisher kein Mitarbeiter gehen musste. Vielmehr könnten sich Mitarbeiter von Routineaufgaben lösen, bekämen den Kopf frei für andere Dinge.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die neueste Mittelstandsstudie einer großen Bank: da sagt weit mehr als die Hälfte von 203 in Sachsen befragten Firmen, dass trotz digitaler Umwandlung die Beschäftigtenzahl gleich bleibe. 34 Prozent der Unternehmen gehen sogar von mehr Beschäftigten aus, 9 Prozent verbinden Digitalisierung mit weniger Personal.

Digitalisierung bedeutet hier: Wachstum
Mit steigender Digitalisierung wächst Plasticard, sagt Frank Hertel. Das stabilisiere und eröffne neue Marktsegmente. In die Karten werden Chip, Magnetstreifen, Barcode oder auch UHF-Antennen integriert. Diese Antennen haben eine ultrahohe Übertragungsfrequenz und ermöglichen Reichweiten von 4 bis 6 Metern – besonders geeignet, um Objekte oder Personen bei großen Einfahrten zu erfassen. Ein Beispiel dafür, dass die Digitalisierung im wahrsten Sinne des Wortes Türen öffnet.

Möglich werden durch die ausgeklügelte Computersteuerung in dem mittelständischen Unternehmen auch kleinteilige Aufträge. Plasticard kann Bestellungen von 1.200 Karten erledigen, Großhersteller stöhnen schon bei Aufträgen von 5.000 Stück. Weil sie dann zu oft umstellen müssen. Christian Reuther ist der Produktionsleiter bei Plasticard in Dresden. Die größere Taktgeschwindigkeit bedeute natürlich auch Stress für Mitarbeiter. Kaum habe die Maschine angefangen, schon sei sie mit dem Auftrag fertig. Der Mitarbeiter muss den Vorgang zu Ende bringen, umrüsten, den neuen Auftrag beginnen. Eine Maschine darf nicht lange still stehen.

Nachwuchssorgen
Ein großes Problem ist der Nachwuchs. Großunternehmen zahlen IT-Fachleuten viel mehr als mittelständische Firmen. Die technische Seite der Digitalisierung sei für Mittelständler meist nicht mehr das Problem, bestätigt auch Burkhard von der Osten von der Mittelstandsbank Ost in Dresden. Vielmehr bilde die Suche nach Personal die  große Herausforderung.

Ein Beispiel dafür, dass Digitalisierung auch nicht immer die beste Lösung ist, lässt sich beim Kartenhersteller in Dresden-Löbtau im übrigen auch beobachten: wo ein Mitarbeiter an einer Heißprägevorrichtung Symbole auf Teilnehmerkarten aufbringt. Ein paar hundert Stück sind in einer halben Stunde erledigt. Eine digital gesteuerte  Maschine bräuchte dafür insgesamt, inclusive Einrichtung, viel länger.