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Das Kartenhaus baut an

Beitrag Sächsische Zeitung 05/2014

Das Kartenhaus baut an.

von: Bettina Klemm

Die Mauerreste der "Alten Brauerei zu Reisewitz" sind gut erkennbar, sie kamen beim Ausheben der Baugrube hervor. Dabei gibt es diese Brauerei schon seit 1919 nicht mehr. Nun wird aber eine ihrer Gewölbetonnen erhalten, wenn das Kartenhaus ausbaut. So bezeichnet sich die Firma Plasticard-ZFT und weist damit zugleich auf ihre wichtigsten Produkte hin. Ob Dienstausweis, Lesekarte für die Bibliothek, Kunden- oder Krankenkassenkarte, viele dieser täglich genutzten Plastikkarten stammen aus dem Betrieb an der Reisewitzer Straße. Neun Millionen Plastikkarten werden dort jährlich produziert. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 8,6 Millionen Euro, in diesem Jahr peilt Plasticard die Zehn-Millionen-Marke an. 1997 war Plasticard in das frühere Gebäude des VEB Taxi- und Fahrschule gezogen. Dann bauten sie dort aus. Doch nun reichen die rund 1500 Quadratmeter für die Produktion und 600 Quadratmeter für die Verwaltung nicht mehr aus. "Wir bauen deshalb noch einmal die gleiche Flächenmenge", sagt Geschäftsführer Jürgen Werner. 4,3 Millionen Euro einschließlich Fördermittel der Sächsischen Aufbaubank. hat das Unternehmen für den Neubau geplant. Eigentlich wollte Plasticard schon zum Jahresende fertig sein, doch aufgrund komplizierter Eigentumsfragen beim Grundstück konnte der Bau erst später als geplant beginnen. Nun hofft der 61-jährige Firmenchef, dass die Hallen im Dezember so weit fertig sind, dass erste Maschinen eingestellt werden können. Mit dem Neubau erhält das Unternehmen auch eine eigene Zufahrt über die Wiesbadener Straße. Bisher muss es die Einfahrt zur Sachsengarage nutzen. Ob die geplanten Finanzen reichen, bezweifelt Werner. Es gab Überraschungen, so wurden beim Ausheben der Baugrube Schlacken gefunden, die auf eine Sonderdeponie mussten. Der Erhalt der Gewölbetonnenkostet zusätzlich. 1991 hatten Werner und Frank Hertel die Firma gegründet. Sie waren einst Kollegen im VEB Zentrum für Forschung und Technik. Die Abkürzung ZFT ist heute noch Teil des Firmenennamens.

Sechs Leute gehörten damals dazu. Kontinuierlich wurden sie mehr. Derzeit haben 56 eine Plasticard als Dienstausweis. Sie arbeiten in zwei Schichten, bei Bedarf dreischichtig. Mit dem Neubau sollen zehn weitere Spezialisten eingestellt werden. Der Platz würde für bis zu 90 Mitarbeiter reichen. Aber Wachstum sei nicht das wichtigste Ziel. Das inhabergeführte Unternehmen hat seine Kompetenzen bei der Herstellung von Plastik- und Chipkarten in Auflagen zwischen 100 und 500 000 Stück bewiesen. Dazu bietet es kartenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Codierung, Personalisierung und Postident-Verfahren an. Auf Wunsch wird auch die erforderliche Software geliefert. War es vor zehn Jahren noch üblich, dass die Kunden vier Wochen auf die bestellten Karten warteten, so betragen die Lieferzeiten heute zwischen fünf und zehn Tagen, einige Kunden können auch schon innerhalb von 24 Stunden ihre Waren erhalten. Das sei schon sportlich, sagt Werner. In den meisten Fällen sind verschiedene Schichten und Arbeitsgänge erforderlich. So werden zunächst die Bögen bedruckt, meist im Offsetdruck. Dann wird das Innenleben, sprich Antenne und Chip, montiert. Schließlich wird alles bei 130 Grad laminiert und verpresst Bei Geldkarten beispielsweise wird noch ein goldener Chip angebracht. Bevor dieser eingeklebt wird, muss die entsprechende Fläche ausgefräst werden. Einige Karten erhalten auch ein Hologramm und ein Schreibfeld. Für jeden Arbeitsgang benötigt das Unternehmen eine spezielle Maschine. Mit den kurzen Lieferzeiten und guter Qualität punkten die Dresdner. Ihre Hauptwettbewerber sitzen in China und Osteuropa. Plasticard arbeitet eng mit dem Dresdner Unternehmen Smartrac zusammen. das Antennen und Chips liefert. Gemeinsam haben sie auch Temperaturlogger entwickelt, die beispielsweise beim Transport von teurem Rotwein alle 15 Minuten die Temperatur festhalten. Vielleicht ein neues Geschäftsfeld.